Ein Mann zeigt eine allergische Reaktion, lernen Sie mögliche Auslöser kennen.

Die häufigsten Allergien im Überblick

Lernen Sie die verschiedenen Allergiearten sowie deren Symptome kennen und erfahren Sie, wie Sie diese am besten behandeln.

06. Mai 2024
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Was ist eine Allergie?

Bei einer Allergie reagiert der Körper überempfindlich auf normalerweise harmlose Stoffe. Kommen die Betroffenen mit einem Allergen in Berührung, zum Beispiel beim Einatmen oder durch Nahrungsmittel, zeigt der Organismus eine unpassende Abwehrreaktion. Tränende und geschwollenen Augen, Hautausschläge oder Atembeschwerden sind typische Symptome, die auftreten können.

Wie entstehen Allergien?

Bevor sich eine Allergie entwickelt, ist in der Regel ein wiederholter Kontakt mit dem Allergen nötig. Zu Beginn verlaufen die Begegnungen mit einem Allergen häufig unauffällig und es zeigen sich meist keine Symptome. Durch mehrmaligen Kontakt kann jedoch eine Sensibilisierung stattfinden, die in einer Allergie mündet.

Wieso sollte man mit Allergien zur Ärztin oder zum Arzt?

Mit einer Allergie sollte man zu einer Ärztin oder einem Arzt mit allergologischer Fortbildung, damit der Auslöser eindeutig diagnostiziert und eine Ausweitung verhindert werden kann. Heuschnupfen beispielsweise kann sich von den oberen in die unteren Atemwege ausbreiten. Die Folgen können Atembeschwerden oder Asthma sein. Die Ärztin oder der Arzt stellt die passenden Mittel für Notfälle zur Verfügung. So kann eine allergische Schockreaktion verhindert werden.

Ein Junge ist Erdnüsse, diese können eine allergische Reaktion auslösen.

 

Lebensmittelallergie

Auslöser

Nahrungseiweisse. Enthalten sind diese zum Beispiel in Hartschalenobst oder Nüssen, Früchten (Äpfel), Gemüse (Sellerie, Rüebli), Milch und Milchprodukten, Fisch, Schalen- und Weichtieren, Eiern, Hülsenfrüchten (Erdnüsse, Soja, Lupinen), Gewürzen (Senf), Kräutern und Sesam. Schwefeldioxid.

Symptome

Die häufigsten Symptome sind Haut- und Schleimhautbeschwerden wie Rötungen, Juckreiz, Schwellungen, Hitzewallungen und Nesselfieber. Ausserdem sind die oberen und unteren Atemwege betroffen, was sich durch Schnupfen, Heiserkeit, Schluck- oder Atembeschwerden, Husten oder Asthma ausdrücken kann. Des Weiteren können Magen-Darm-Probleme wie Krämpfe, Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Erbrechen, Völlegefühl und Sodbrennen oder Herz-Kreislauf-Beschwerden mit Kopfweh, Schwindel, Müdigkeit und Abgeschlagenheit vorkommen.

Behandlung

Unbedingt ärztlich abklären, was genau die Allergie auslöst, und diese Lebensmittel konsequent meiden! Allergenhaltige Nahrung erhitzen, da dies die Verträglichkeit verbessern kann. Prüfen, ob ein Epi-Pen (Adrenalin-Injektor) für den Notfall erforderlich ist.

Systemische Immuntherapie

Mit der systemischen Immuntherapie (SIT) besteht die Chance, die Beschwerden einer Allergie durch eine Hyposensibilisierung beziehungsweise eine Desensibilisierung deutlich zu vermindern oder ganz zum Verschwinden zu bringen.

Bei der Allergieimpfung werden immer wieder kleine Dosen des Allergens verabreicht. Dies erfolgt durch eine Spritze unter die Haut, Tabletten oder Tropfen. Die Dosis des Allergens wird nach und nach gesteigert, wobei sich das Immunsystem an die Stoffe gewöhnt und diese immer weniger bekämpft.

Insektengiftallergie

Auslöser

Gift von Insekten, das bei einem Stich in den Körper injiziert wird.

Symptome

Schwellungen, Rötungen und Juckreiz um die Einstichstelle. Bei Bienen- und Wespenstichen können Nesselfieber, Erbrechen, Atemnot, Herzrasen und Kreislaufprobleme dazukommen. Dies kann zu einer lebensgefährlichen Schockreaktion führen.

Behandlung

Bei Mückenstichen helfen kühlende Gels und allenfalls Hitzestifte. Wer bei Bienen- und Wespenstichen stark reagiert, sollte dringend eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Gegebenenfalls eine Notfallapotheke mit einem Adrenalin-Injektor und einen Allergiepass bei sich tragen.

Wespen können mit ihren Stichen eine allergische Reaktion auslösen.

Kontaktallergie

Auslöser

Die Haut reagiert unter anderem auf Duftstoffe in Kosmetika und Waschmitteln, Nickel in Schmuck und Hosenknöpfen, chemische Stoffe in Putzmitteln, Farbstoffe in Kleidung sowie auf Pflanzen.

Symptome

Roter Ausschlag, Knötchen und Bläschen rund um die Kontaktstelle. Starker Juckreiz.

Behandlung

Gegebenenfalls kortisonhaltige Salben, rückfettende Hautpflege.

Hausstauballergie

Auslöser

Kot der Hausstaubmilben. Sie leben im Bettzeug, in Matratzen, Polstermöbeln, Vorhängen und anderen Textilien und ernähren sich von Hautschuppen.

Symptome

Allergischer Schnupfen wie laufende oder verstopfte Nase sowie Niesreiz. Allergische Bindehautentzündung wie rote, juckende und tränende Augen. Möglich ist auch vereinzeltes Husten, was in ein allergisches Asthma münden kann, sowie gelegentliche Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Symptome treten vermehrt in der kalten Jahreszeit auf.

Behandlung

Zimmer und Betten regelmässig lüften und milbendichte Bezüge für Matratze, Kopfkissen und Duvet benutzen. Staub reduzieren, am besten mit einem Staubsauger mit Mikrofilter. Zudem auf eine optimale Raumtemperatur von 19 bis 21 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von maximal 50 Prozent achten. Pyjama bei 60 Grad waschen.

Eine Apothekerin berät einen Mann mit Allergien in einer Medbase Apotheke.

Medikamente zur Linderung von Allergiesymptomen

In den Medbase Apotheken sind rezeptfreie Medikamente für die meisten Allergien in Form von Nasensprays, Augentropfen oder Tabletten zur Linderung der Symptome erhältlich.

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Heuschnupfen

Auslöser

Pflanzenpollen. Kleinste Blütenstaubteilchen von Bäumen, Gräsern und Kräutern gelangen über die Luft in Augen und Nase.

Symptome

Niesattacken, Fliessschnupfen, verstopfte Nase sowie juckende, brennende oder tränende Augen. Weitere mögliche Symptome sind Kratzen oder Brennen in Hals und Gaumen. Ist die Allergie in die unteren Atemwege gewandert, löst dies Husten sowie Atemnot aus und kann in ein allergisches Asthma münden. Heuschnupfen kann zudem zu Entzündungen in den Nasennebenhöhlen führen.

Behandlung

Pollen so gut wie möglich meiden! Der Pollenflug ist auf dem Land morgens und in der Stadt abends am stärksten.

Tierhaarallergie

Auslöser

Eiweisse in Speichel, Schweiss und Tränenflüssigkeit von Katzen, Hunden, Pferden und Nagetieren. Diese Stoffe heften sich an Staubpartikel und schweben in der Luft herum.

Symptome

Allergische Bindehautentzündung mit roten, juckenden und tränenden Augen. Fliessschnupfen, gelegentliches Husten, welches in ein allergisches Asthma münden kann.

Behandlung

Keine Tiere im Schlafzimmer! Eventuell vor der Anschaffung eines Haustiers abklären, ob eine allergische Reaktion erfolgt. Auf Materialien verzichten, die Tierhaare enthalten.

Autor

Oliver Das, Facharzt für Dermatologie und Venerologie, FMH Allergologie (D) Tropen- und Reisemedizin (D), arbeitet bei Medbase Zürich Oerlikon.
Dipl. med. Oliver Das
Facharzt für Dermatologie und Venerologie FMH Allergologie (D) Tropen- und Reisemedizin (D),
Medbase Zürich Oerlikon
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