Eine Tänzerin beim Barre-Training

Faszien: Das Netzwerk, das alles verbindet

Faszien durchziehen den ganzen Körper und können viel mehr als Muskeln und Organe in Position zu halten.

05. Februar 2026
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Springen, Sprinten, Dehnen – ohne Faszien wäre das unmöglich. Ihr weiches Gewebe durchzieht den ganzen Körper. Sie halten Muskeln und Organe im wahrsten Sinn «in Form» sowie an ihrer Position und ermöglichen durch ihre Kraftübertragung federnde Bewegungen. 

Faszien: Ein Informationsnetzwerk

Es gibt mehrere Arten von Faszien: oberflächliche, die unter der Haut liegen. Tiefe, die Muskeln, Knochen und Blutgefässe umhüllen. Viszerale, die Organe umgeben, und meningeale, also solche, die das Gehirn umhüllen. Der Herzbeutel oder das Brustfell beispielsweise zählen ebenfalls zu den Faszien. Dank der Faszien sind Organe und Muskeln in gewissem Umfang elastisch und verschieblich. Schmerzen, Lage des Körpers im Raum, Umgebungstemperatur und weitere Informationen werden in den oberflächlichen Faszien erfasst.

Faszien wiegen 20 Kilogramm

Einer Schätzung zufolge wiegen alle Faszien zusammen beim erwachsenen Menschen rund 20 Kilogramm.

Aufbau einer Faszie

 

Faszien leiden unter Stress

Jede einzelne Muskelfaser ist von einer Faszie umgeben. Jedes Muskelfaserbündel ist wiederum von einer Faszie umgeben. Und jeden Muskel als Ganzes umgibt ebenfalls eine Faszie. Auch dieses System aus Muskeln und Faszien ist von Nerven und Sinnesrezeptoren durchsetzt. Über das Nervensystem kann sich Stress daher auf die Faszien auswirken.

Faszientraining

Mit Hilfe des Faszientrainings können Faszien wieder geschmeidiger werden. Bewegen, dehnen, ausrollen und wippen lautet das Motto, um die Faszien beweglicher zu machen. Wichtig ist aber auch, die Ursache der Überlastung zu beseitigen.

> Zu den Übungen

Zu weiche oder zu harte Faszien

Im Fasziengewebe gedeihen auch Zellen, die gelartige Substanzen wie Hyaluronsäure produzieren. Diese Substanzen binden viel Wasser und fördern so die Gleitfähigkeit des Gewebes. Bei vielen Erkrankungen verändern oder verhärten Faszien, etwa bei der Lungenkrankheit COPD, beim Tennis-Ellbogen, bei der schmerzhaften Fibromyalgie oder auch bei Diabetes. Leistenbrüche dagegen entstehen, wenn die Faszien zu weich sind oder dem Druck nicht mehr standhalten können und nachgeben.

Entdeckerin der Faszien

Obwohl Faszien so wichtig sind, führten sie in der Medizin lange ein Schattendasein. 1983 beschrieben die ehemalige Leibärztin des früheren US-Präsidenten John F. Kennedy und ein Kollege erstmals das «myofasziale Schmerzsyndrom» – eine heute anerkannte Erklärung für viele chronische Muskelschmerzen.

Warum Faszien «verkleben»

Fehlhaltung, Überbelastung, Verletzungen, Entzündungen, stereotype oder falsche Bewegungsabläufe können bewirken, dass Faszien miteinander «verkleben». Dann büssen sie ihre Geschmeidigkeit ein und werden steifer. Der Grund dafür ist vermutlich eine Minderdurchblutung und damit eine geringere Versorgung mit Sauerstoff sowie Nährstoffen. Dazu kommt es, wenn Muskelpartien in ständiger Anspannung sind.

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