Eine Frau leidet unter einer Kälteallergie

Kälteallergie: Ursache, Symptome, Behandlung

Ein Spaziergang an der frischen Luft, ein Sprung ins kühle Nass oder ein kaltes Getränk: Was für die meisten angenehm ist, führt bei anderen zu Juckreiz, Hautausschlag oder sogar Atemnot. Erfahren Sie, welche weiteren Beschwerden bei Kälteallergie, auch Kälteurtikaria, auftreten können und was dagegen hilft.

11. Dezember 2025
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Die Kälteallergie ist streng genommen keine Allergie, sondern eine Form der Nesselsucht. Dabei reagiert der Körper nicht auf eine bestimmte Substanz, sondern auf Kälte an sich und zeigt allergieähnliche Symptome. Die Ursache liegt in einer übermässigen Ausschüttung von Histamin, einem körpereigenen Botenstoff, der Juckreiz und Schwellungen auslöst.

Anzeichen von Kälteallergie erkennen

Die Symptome treten kurz nach dem Kältekontakt auf und können unterschiedlich stark ausfallen. Es bilden sich juckende, gerötete Quaddeln auf der Haut, begleitet von einem brennenden oder stechenden Gefühl. Insbesondere beim oder nach dem Verzehr kalter Speisen und Getränke können die Lippen und die Zunge anschwellen. In seltenen Fällen oder nach sehr starkem Kältekontakt, beispielsweise beim Eisbaden, kann es zu Atemnot oder Kreislaufproblemen kommen.

Diagnose von Kälteurtikaria

Zur Diagnose der Kälteurtikaria wird in der Regel der sogenannte Eiswürfeltest durchgeführt. Dazu wird ein Eiswürfel für wenige Minuten auf die Haut gelegt. Bildet sich eine Quaddel, gilt der Test als positiv. Mit einem speziellen Testgerät lässt sich zudem die individuelle kritische Temperaturschwelle bestimmen. In vielen Fällen bessern sich die Beschwerden nach einigen Jahren oder verschwinden ganz. Eine gelegentliche Überprüfung der Temperaturschwelle kann daher sinnvoll sein.

Wussten Sie schon?

Stress als Verstärker

Emotionale Belastung, Schlafmangel oder hormonelle Veränderungen können die Reaktionen auf Kälte verstärken.

Auch Kinder betroffen

Obwohl die Erkrankung häufiger bei jungen Erwachsenen und mehrheitlich bei Frauen auftritt, kann sie bereits im Kindesalter beginnen. Eine frühzeitige Abklärung ist wichtig, insbesondere, da es auch vererbte Formen der Kälteurtikaria gibt.

Nach Infektionen

Die Erkrankung tritt häufig nach einer Infektion mit Bakterien oder Viren, beispielsweise der Grippe, zum ersten Mal auf.

Nicht ansteckend

Kälteurtikaria ist eine individuelle Überempfindlichkeit und wird nicht übertragen.

Behandlung von kältebedingter Nesselsucht

Für Betroffene ist es wichtig, Kältereize möglichst zu vermeiden und Symptome gezielt zu lindern. Empfindliche Hautstellen sollten mit warmer, winddichter Kleidung und fettreichen Cremes geschützt werden. Tritt trotzdem eine Reaktion auf, schaffen nicht müde machende Antihistaminika Abhilfe. Eine ärztlich begleitete, schrittweise Gewöhnung an tiefere Temperaturen kann ebenfalls helfen. Wer besonders stark betroffen ist, sollte ein Notfallset mit Adrenalin-Pen, Antihistaminikum und Kortison griffbereit haben.

Kälteurtikaria kann zwar lästig sein, muss den Alltag aber nicht bestimmen. Wichtig ist, die Beschwerden ernst zu nehmen und sie medizinisch abklären zu lassen. Mit der richtigen Vorsorge und passenden Tipps kommen Betroffene entspannt durch die kalte Jahreszeit.

 

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