Warum Kleinkinder häufig krank werden – und wie Eltern sich schützen können
Die ersten Lebensjahre eines Kindes sind oft von zahlreichen Erkrankungen geprägt. Erkältungen, Grippe und Magen-Darm-Infekte werden zu ständigen Begleitern.
Warum sind kleine Kinder so häufig krank?
Kinder, die neu in eine Gruppe von Gleichaltrigen kommen, sind vielen Krankheitserregern ausgesetzt. Das stärkt ihr Immunsystem langfristig. Denn jede überwundene Infektion trägt dazu bei, neue Abwehrkräfte aufzubauen. Für Eltern kann diese Phase herausfordernd sein. Sie legt jedoch die Basis für die Gesundheit im Erwachsenenalter.
Wie viele Infekte sind bei Kindern normal?
Es ist üblich, dass Kleinkinder im Durchschnitt zwischen sechs und zehn Infekte pro Jahr durchleben, vor allem in den Wintermonaten. Zu den häufigsten gehören Erkältungen, Mittelohrentzündungen, Magen-Darm-Infekte und Halsentzündungen. Erwachsene erkranken seltener. Eltern sind aber anfälliger, da kranke Kinder viele Viren ausscheiden. Jede Infektion frischt jedoch auch ihr Immunsystem auf.
Warum erkranken Kinder immer wieder an Erkältungen?
Erkältungen werden oft durch Rhinoviren ausgelöst. Insgesamt existieren mehr als 100 verschiedene Varianten. Nach einer überstandenen Infektion ist man jeweils nur gegen den einen spezifischen Virustyp immun. Deshalb sind neue Infekte immer wieder möglich. Neben Rhinoviren können auch andere Erreger wie Adenound Coronaviren typische Erkältungssymptome auslösen.
Gegen welche Krankheiten schützt eine Impfung?
In einigen Fällen, zum Beispiel bei Masern, Mumps und Windpocken, sind nur zwei Impfdosen für die Immunisierung notwendig. Andere Impfungen, beispielsweise gegen Diphtherie, Tetanus oder Keuchhusten, müssen hingegen im Laufe der Zeit aufgefrischt werden.
Wie sich Eltern schützen können
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, die ausserdem reich an gesunden Fetten ist, unterstützt das Immunsystem. Insbesondere Nährstoffe wie Vitamin C, Zink und Omega-3-Fettsäuren spielen dabei eine wichtige Rolle. Viel Flüssigkeit, Bewegung an der frischen Luft und ausreichend Schlaf stärken die Abwehrkräfte ebenfalls. Regelmässiges Händewaschen mit Seife reduziert das Ansteckungsrisiko. Dies gilt insbesondere vor den Mahlzeiten, nach dem Spielen im Freien und nach dem Toilettengang. Eltern sollten ihre Kinder frühzeitig an die richtige Handhygiene heranführen. Dreimal täglich gurgeln, beispielsweise mit Salzwasser, kann zudem helfen, Erreger im Rachenraum zu verringern.
Wann braucht ein krankes Kind ärztliche Hilfe?
#1
Bei starkem Flüssigkeitsverlust durch Fieber oder Magen-Darm-Infekt und unzureichender Trinkmenge.
#2
Bei anhaltendem Fieber über 38,5 °C für 3 bis 5 Tage oder deutlich verschlechtertem Allgemeinzustand.
#3
Säuglinge unter drei Monaten bereits ab 38 °C, Kinder ab drei Monaten ab 38,5 °C.
#4
Bei Atemnot oder auffälliger, angestrengter Atmung.