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02. April 2022

Ausserhalb der Komfortzone

Ausserhalb der Komfortzone

Viele Athletinnen und Athleten sowie Sportvereine aller Leistungsstufen zählen auf die Unterstützung der Medbase Sports Medical Center. Auch die erfolgreiche Ultracyclerin Nicole Reist weiss um die Bedeutung einer guten Crew und schätzt die individuelle Betreuung durch Medbase auf ihrem Weg zu Höchstleistungen. Wie ihr Alltag aussieht, wie sie sich motiviert und was sie an ihrer anspruchsvollen Sportart fasziniert, erzählt sie uns im Gespräch.

Ultracycling: Was ist das und wie kommen Sie dazu, so viele Kilometerabzuspulen?

Ultracycling ist die Bezeichnung für Radrennen von 1000 bis 5000 Kilometern, die nonstop gefahren werden. Windschattenfahren ist verboten. Die Uhr steht nie still. Pausen sind frei planbar, gehören jedoch zur Rennzeit. Wir fahren Tag und Nacht und werden dabei rund um die Uhr von einem Betreuerteam begleitet. Die Strecke ist nicht abgesperrt. Wir müssen uns also an die normalen Strassenverkehrsordnungen halten. Mich fasziniert, was der Mensch leisten kann, wenn Körper und Kopf zusammenspielen. Im Training ist Ultracycling ein Einzelsport, doch im Rennen wird es zu einem Teamsport. Ohne mein Betreuerteam geht nichts.


Sie arbeiten Vollzeit in einem Architekturbüro. Wie sieht Ihr Tagesablauf mit Arbeit und Training aus? Bleibt da noch Zeit für Familie, Freunde oder Hobbys?

Unter der Woche stehe ich um 1.30 Uhr auf und absolviere meine erste Trainingseinheit. Danach arbeite ich von 5 bis 16 Uhr im Büro, bevor die zweite Trainingseinheit ansteht. Nachtruhe ist um etwa 19 Uhr. Am Wochenende trainiere ich in langen Einheiten. So komme ich pro Woche auf vierzig bis fünfzig Stunden Training.


Wie viel Schlaf bekommen Sie während der Trainingsphase?

Unter der Woche sind es ungefähr sechs Stunden, am Wochenende achte ich darauf, acht bis elf Stunden pro Nacht zu schlafen.


Bei einem Rennen schlafen Sie fast gar nicht. Wie trainieren Sie das?

Schlafentzug ist nicht trainierbar. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass es eine Frage der mentalen Einstellung ist, mit sehr wenig Schlaf auszukommen. Ich weiss, dass die Phase vorübergeht und nur eine absehbare Zeit dauert. Ich stelle mich also schon Wochen vor einem Rennen darauf ein.


Beim Race Across America legen Sie 5000 Kilometer mit 50’000 Höhenmetern bei Temperaturen zwischen 0 und 50 Grad zurück. Wie sind diese Höchstleistungen möglich?

Hinter meinen konstanten Erfolgen steht ein jahrelanges Aufbautraining, das von Fachpersonen gesteuert und überwacht wird. Nichts wird dem Zufall überlassen. Das Gleichgewicht zwischen Belastung und Entlastung muss genauso abgestimmt sein wie die unterschiedlichen Trainingsformen Ausdauer und Kraft.


Woher nehmen Sie die Motivation für das zeitintensive, anspruchsvolle Training und die belastenden Wettkämpfe?

Meine Leidenschaft für den Ultraradsport ist meine Motivation. Selbst nach siebzehn Jahren fasziniert mich immer noch, was ich leisten kann, wenn Körper und Kopf eine Einheit bilden. Der eine kann nicht ohne den anderen, und zusammen sind unvorstellbare Leistungen möglich. Das Training macht bei weitem nicht immer Spass. Mit dem Ziel vor Augen weiss ich aber, wofür ich trainiere. Immer wieder verlasse ich kontrolliert meine Komfortzone. Ganz nach meinem Motto #einfachMACHEN.


Was ist im Training wie auch im Wettkampf wichtiger: die Beine oder der Kopf?

Der Körper kann nicht ohne den Kopf und der Kopf nicht ohne den Körper. Es ist dieses Zusammenspiel, das über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Gerade im Training ist der Kopf oft der entscheidende Faktor. Bin ich dazu bereit, um 1.30 Uhr aufzustehen und zu trainieren? Bin ich dazu bereit, meine Grenze zu verschieben, Trainings durchzuführen, die ausserhalb meiner Komfortzone liegen? Nur dann kann ich meinen Körper auf die Herausforderungen des Rennens vorbereiten.


Bei den mehrtägigen Rennen haben Sie immer eine Betreuercrew dabei. Wie gross ist diese und welche Funktionen nimmt sie ein?

Das Training ist Einzelsport, aber die Rennen sind Teamsport. Je nach Rennen besteht das Team aus neun bis elf Personen, die mich rund um die Uhr begleiten. Drei Personen sind für das Wohnmobil zuständig, in dem sich die Crewmitglieder, die nicht im Einsatz sind, erholen und verpflegen. Zwei dreiköpfige Pacecare-Crews begleiten mich abwechselnd in einem Fahrzeug, das direkt hinter mir fährt. In der Nacht muss ich mich im Lichtkegel des Fahrzeuges befinden, ansonsten gibt es eine Zeitstrafe.

Die Crew navigiert mich über Funk, verpflegt und motiviert mich. Sie trägt die volle Verantwortung. Während des Rennens entscheide ich nichts selber. Weder was noch wann ich esse. Die Crew entscheidet sogar, wann ich ein Powernap oder eine Schlafpause mache. Mit anhaltender Renndauer kann ich das nicht mehr selbst einschätzen. Daher muss ich der Crew zu 100 Prozent vertrauen können. Sie ist während des Rennens meine Lebensversicherung. Zudem unterstützt sie mich in der Vorbereitung und hält mir den Rücken frei. In einer Saison, in der ich zwei Ultrarennen fahre, bin ich eigentlich ein Kleinunternehmen von 25 bis 30 Personen.


Medizinisch lassen Sie sich von Dr. Patric Gross, Leitender Arzt des Medbase Sports Medical Center Winterthur Brunngasse, betreuen. Bei welchen Anliegen unterstützt er Sie am besten?

Patric Gross ist für mich eine sehr wichtige Vertrauensperson – während der Vorbereitung und der Rennen. Er steht meiner Crew rund um die Uhr für allfällige Fragen zur Verfügung. Meine Blutwerte werden regelmässig getestet. Nur wenn diese passen, kann ich meinen Körper im Training voll belasten. Zudem berät er mich bei der Medikamentenwahl für Notfälle während der Rennen – zum Glück habe ich noch nie welche gebraucht. Es ist sehr beruhigend zu wissen, dass ich in jeder Situation eine kompetente Person an der Seite habe, die mich bei allen Gesundheitsfragen unterstützt. Die Rennen sind immer ein Highlight, und es ist die Teamleistung, die mich antreibt. Nur gemeinsam kommen wir ans Ziel. Alle im Team sind gleich wichtig und haben den gleichen Anteil am Erfolg.


Was ist Ihr nächstes grosses Ziel?

2022 soll es endlich mit der dritten Teilnahme am Race Across America klappen. Dabei will ich Geschichte schreiben. Wenn alles nach Plan läuft, möchte ich sechs Wochen später noch das RACAS fahren, ein Rennen rund um Tschechien und die Slowakei, bei dem 3600 Kilometer und 36’000 Höhenmeter zu bewältigen sind.

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