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12. August 2021

Die Wechseljahre – eine heisse Phase

Die Wechseljahre – eine heisse Phase

Hitzewallungen und schlaflose Nächte: Viele Frauen kämpfen sich regelrecht durch die Wechseljahre. Was im Körper einer Frau genau passiert, welche Beschwerden am häufigsten auftreten und was Abhilfe schaffen kann, erklärt der Gynäkologe Stefan Karoly.

Die Wechseljahre bringen viele Frauen ins Schwitzen – im wahrsten Sinne des Wortes. Wie kommt es dazu?

Auslöser für Hitzewallungen sind die hormonellen Veränderungen im Körper einer Frau. Die fruchtbare Phase der Frau geht zu Ende und der Östrogenspiegel sinkt. Dadurch gerät vermutlich das Temperaturregulationszentrum im Gehirn aus der Balance. Weshalb dies so ist, weiss man noch nicht abschliessend, Teile dieser Reaktion sind jedoch bereits erforscht.

Viele Frauen fürchten dieses Symptom besonders.

Es ist tatsächlich so, dass Frauen in den Wechseljahren unter Hitzewallungen am meisten leiden. Das überrascht nicht, denn diese bringen Begleiterscheinungen mit sich. Ein plötzlicher Schweissausbruch, etwa bei der Arbeit, ist unangenehm. Als besonders störend empfinden viele Frauen die Schübe in der Nacht, wenn sie verschwitzt aufwachen und anschliessend kaum mehr einschlafen können. Oftmals führt dies am nächsten Tag zu Kopfschmerzen und Müdigkeit. Auf Dauer wirkt sich das negativ auf die Lebensqualität aus.

Was raten Sie den Frauen, um die Beschwerden zu lindern?

Auf der Suche nach Linderung stösst man auf unzählige Behandlungsmöglichkeiten. Es wird zu pflanzlichen Mitteln, psychologischen Strategien sowie Bewegung und Sport geraten. Im Gegensatz zu Alltagsratgebern, die eine Fülle unterschiedlicher Empfehlungen bieten, weiss die Wissenschaft heute genau, was hilft und was nicht. Die Möglichkeiten zur Behandlung von Wechseljahrbeschwerden wurden in diversen Studien untersucht. So ist heute beispielsweise bekannt, dass sich unter den pflanzlichen Mitteln die Traubensilberkerze im Vergleich zu einem Placebo als sehr effektiv erwiesen hat. Eine lindernde Wirkung haben auch Soja-Isoflavone. Dass bei asiatischen Frauen in den Wechseljahren kaum Symptome auftreten, hat vermutlich mit deren sojahaltiger Ernährung zu tun. Abhilfe schaffen können zudem Hypnose, Akupunktur oder eine kognitive Verhaltenstherapie.

Was bringen Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen oder Sport?

Sie haben einen positiven Effekt auf das Wohlbefinden, den Körper und den Schlaf – leider aber nicht direkt auf Hitzewallungen. Allerdings wirkt Sport unterstützend beim Abnehmen, und Gewichtsreduktion hilft wiederum gegen Hitzewallungen. Frauen sollten dabei jedoch ihr Idealgewicht im Auge behalten und nicht übermässig abnehmen.

Wann ist der Einsatz von Hormonen sinnvoll?

Die Hormonersatztherapie kommt zum Zuge, wenn sanfte Mittel nicht die gewünschte Wirkung zeigen. Rund ein Drittel der Frauen lässt sich hormonell behandeln. Bei 95 Prozent ist diese Therapie erfolgreich, sodass die Wallungen abnehmen und die Lebensqualität wieder steigt. Oftmals fürchten sich Frauen vor einem erhöhten Brustkrebs- oder Thrombose-Risiko. Bei richtiger Dosierung und Zusammensetzung der hormonellen Mittel sind diese Risiken jedoch sehr gering. Mit jeder Patientin muss individuell die für sie geeignete Therapie besprochen werden.

Kommen Männer auch in die Wechseljahre?

In Lifestyle-Magazinen ist zu lesen, dass die Wechseljahre ebenso bei Männern auftreten. In der Wissenschaftspricht man hier jedoch nicht von Wechseljahren. Denn beim Mann findet ein allmählicher, schrittweiser Alterungsprozess statt, wohingegen der neue Lebensabschnitt bei der Frau unmittelbare körperliche Veränderungen mit sich bringt.


Begriffsdefinition
 

Wechseljahre

Die Wechseljahre sind auch bekannt als Klimakterium oder Perimenopause. Es handelt sich dabei um den Abschnitt im Leben einer Frau, der den Übergang von der fruchtbaren zur unfruchtbaren Phase kennzeichnet und bis ein Jahr nach der Menopause dauert.

Menopause

Als Menopause bezeichnet man den Zeitpunkt der letzten spontanen Menstruationsblutung. Frauen erleben sie durchschnittlich im Alter von 51 Jahren.


 

(Text: Dr. med. Stefan Karoly)

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