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28. Februar 2022

Glück ist ... wenn die Hormone tanzen

Glück ist ... wenn die Hormone tanzen

Eine Reihe von Botenstoffen «befeuert» Nerven in bestimmten Hirnregionen. Das Ergebnis: Glücksgefühle.

Dopamin
Der Nervenbotenstoff Dopamin aktiviert das Belohnungssystem im Gehirn, schafft Vorfreude und verursacht den «Kick». Für eine kurze Zeit ist der Mensch dank des Dopamins glücklich – und wenn der Effekt verebbt, strebt er danach, diesen Dopamin-Rausch wieder zu erleben. Denn Dopamin treibt an, will mehr, weckt Verlangen. Computerspiele beispielsweise werden oft so entworfen, dass sie über Belohnungen immer wieder zum kurzen Dopamin-Kick führen. Im Gehirn wird Dopamin in Noradrenalin umgewandelt. Dieser Botenstoff erhöht sowohl die Aufmerksamkeit als auch die Leistungsbereitschaft. Ältere Menschen produzieren meist weniger Dopamin als jüngere. Das trägt dazu bei, dass sich Glück im Alter anders anfühlt als in der Jugend.

Die Kehrseite des Dopamins: Bei manchen Menschen kann das Verlangen nach mehr in eine unersättliche Jagd nach dem Kick münden und dazu führen, dass sie immer grössere Wagnisse eingehen. Leider führen auch viele Drogen oder die Spielsucht zum Dopamin-Kick. Das macht es schwer, wieder davon loszukommen.

Serotonin
Der entspannte Gegenspieler des Dopamins ist das Glückshormon Serotonin. Es bewirkt ein Gefühl der ruhigen, zufriedenen Ausgeglichenheit, «zum Beispiel nach einem guten Essen, wo du nur denkst: Morgen verbessere ich die Welt wieder, heute Abend ist sie okay, wie sie ist. Serotonin bleibt zu Hause.» So erklärt der Kabarettist und Arzt Eckart von Hirschhausen die Wirkung des Serotonins in seinem Buch «Glück kommt selten allein». Viele Medikamente, die gegen Depression eingesetzt werden, verstärken die Wirkung von Serotonin. Um diesen Botenstoff herzustellen, brauchen die Nervenzellen die Aminosäure Tryptophan.

Endorphine
Chemisch sind die Endorphine dem Opium verwandt. Sie bewirken ein Hochgefühl und werden zum Beispiel ausgeschüttet, wenn ein Verlangen gestillt wird. Auch beim Sport produziert der Körper die auch schmerzlindernd wirkenden Endorphine. Das trägt zu einer euphorischen Stimmung bei und ist einer der Gründe, warum viele Athletinnen und Athleten ihren Sport geradezu brauchen. Das «runner’s high» ist nicht zuletzt den Endorphinen im Hirn der Läuferin und des Läufers zu verdanken.

Oxytocin
Dieser Botenstoff wird auch Kuschelhormon oder Bindungshormon genannt. Er fördert das Vertrauen zu anderen Menschen und die zwischenmenschliche Wärme. Auch wenn sich aus einer Verliebtheit eine tiefe innere Bindung zur Partnerin oder zum Partner entwickelt, ist Oxytocin im Spiel. Ebenso, wenn ein guter Vertragsabschluss gelingt, und selbst bei der wohlig über den Rücken laufenden Gänsehaut beim Hören bestimmter Musikstücke. Oxytocin wird beim Sex ebenso wie beim Stillen ausgeschüttet. Das Mutterglück ist also auch ein Oxytocin-Glück.

Anandamid
Der Name ist Programm. Denn das indische Wort «Anandam» bedeutet «Glück». Dieses Hormon gehört zu den sogenannten Cannabinoiden. Das sind körpereigene Stoffe, die chemisch dem Cannabis verwandt sind. Sie entspannen und schützen Hirnzellen vor Überstimulation. Auch dunkle Schokolade enthält übrigens Substanzen, die im Gehirn die Cannabis-Rezeptoren aktivieren können. Wie gross der Effekt der kleinen Konzentration dieser Substanzen ist, bleibt jedoch unklar.

(Text: Dr. med. Martina Frei)

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