Medbase unterstützt Ärztinnen beim Wiedereinstieg

An Schweizer Universitäten wurden während Jahren zu wenig Ärztinnen und Ärzte ausgebildet. Hinzu kommt, dass rund 10 Prozent nach wenigen Jahren nicht mehr kurativ tätig sind. Um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken und Ärztinnen nach der Familienpause den Einstieg zu erleichtern, hat Medbase gemeinsam mit «medical women switzerland» das Projekt «Steigbügel» lanciert.

 

Während zwölf Monaten erhalten die Teilnehmerinnen des Projekts an einem Medbase Standort ein 1:1-On-the-job-Training und werden dabei von einem Lehrpraktiker oder einer Lehrpraktikerin begleitet. Das Arbeitspensum beträgt 50-Prozent. Initiantin und Leiterin des Projekts «Steigbügel» ist Marianna Bodenmann-Zanetti. Sie arbeitet bei Medbase Wetzikon, ist Fachärztin für innere Medizin und kennt die Problematik von Wiedereinsteigerinnen aus eigener Erfahrung. Sie ist selber Mutter von drei erwachsenen Kindern. Darum war es für sie auch ein persönliches Anliegen, dieses brachliegende Potential zu nutzen.

Marianna Bodenmann, was macht das Projekt «Steigbügel» aus?

Wir bieten während drei Jahren ein jeweils einjähriges On-the-job-Training für Ärztinnen an, die nach ihrer Familienzeit grosse Lust haben, die Fachausbildung Allgemeine Inneren Medizin abzuschliessen und wieder in die Grundversorgung einzusteigen. Sie erhalten einen Lehrpraktiker zur Seite, der sie auf diesem Weg begleitet. Das ist in dieser Art in der Schweiz einzigartig.

Woran scheitert der Wiedereinstieg heute oft?

Viele Frauen trauen sich nach einer Auszeit die Arbeit mit den Patienten nicht mehr zu. Darum setzt unser Angebot auch genau hier an. Durch die Begleitung in der Praxis und regelmässige Einzel- und Gruppencoachings werden die Ärztinnen fit für den Wiedereinstieg gemacht.

Wie waren die ersten Reaktionen auf das neue Angebot?

Durchaus positiv. Das SIWF und die Stiftung für Hausarztmedizin WHM unterstützen unser Projekt ebenfalls. Das gibt dem Ganzen eine gute Basis. Es braucht aber Zeit, um Ärztinnen dafür zu finden. Wir wollen nachhaltig wirken. Darum legen wir grossen Wert auf die Auswahl der Kandidatinnen. Unser Ziel ist es, anfangs März 2018 mit einem ersten Zyklus zu starten. 

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Schweizerische Ärztezeitung, 17. August 2017

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