19. Mai 2021

20 Jahre Medbase - Wie alles begann

20 Jahre Medbase - Wie alles begann

Eine kleine Physiotherapiepraxis in Winterthur begann 2001 damit, die medizinische Versorgung in der Schweiz umzukrempeln. Damals wie heute arbeitet Medbase nach dem Prinzip Teamwork.

Bei Medbase arbeiten in den medizinischen Zentren Ärztinnen, Physiotherapeuten und andere Fachleute Seite an Seite. Was heute selbstverständlich ist, sorgte vor 20 Jahren für Aufsehen und wurde belächelt. 2001 gründete der gelernte Physiotherapeut Marcel Napierala zusammen mit seinen Berufskollegen Rolf Bossert und Sarah Berni die Praxis «physiotherapiecity» im Winterthurer Geschäftsgebäude Banana City. Physiotherapeuten, Hausärztinnen und spezialisierte Mediziner arbeiteten damals in aller Regel voneinander getrennt. «Wir wollten das Silo-Denken der Branche aufbrechen, Diagnose und Therapie an einen Ort bringen, und stellten deshalb zusätzlich einen Sportarzt ein», erklärt der gebürtige Berner Oberländer Marcel Napierala. «Denn ich habe bei der Betreuung von Sportlern gemerkt, dass es in einem interdisziplinären Team einfach besser funktioniert.»

Diese Erkenntnis führte zu einer neuartigen Denkweise, die Marcel Napierala seither konsequent im eigenen Unternehmen verfolgt. Fast jedes Medbase Medical Center beschäftigt sowohl Mediziner als auch Physiotherapeutinnen und andere Spezialisten. Medbase setzte von Anfang an auf Teamwork – und auf ein gutes Netzwerk. So konnten die Betreiber von «physiotherapiecity» beispielsweise die Geräte des benachbarten Migros Fitnessparks nutzen. «Wir sparten Geld bei der Infrastruktur, und sie knüpften Kontakte zu potenziellen Kunden», so Napierala. Die Gründer hatten Erfolg, stellten Mitarbeitende ein und nannten ihre Praxis nun «medbasecity». Zahlreiche Sportlerinnen und Sportler sowie Vereine liessen sich im noch jungen Unternehmen behandeln, etwa die Handballvereine Pfadi Winterthur und Yellow Winterthur oder das Unihockeyteam HC Rychenberg.

Seit 2005 trägt das Unternehmen seinen heutigen Namen Medbase. Es eröffnete zunächst sechs weitere Standorte, stets in Kooperation mit Fitnessanlagen der Migros. 2010 hat sich die Migros an Medbase beteiligt. Dank ihrem Engagement konnte das Prinzip des Teamworks – oder aus Patientensicht: der integrierten Versorgung – schweizweit vorangetrieben werden. Medbase wuchs durch die Eröffnung neuer Standorte und die Integration der 23 ehemaligen Santémed-Praxen. In den letzten Jahren kamen schliesslich mit Pharmazie und Zahnmedizin zusätzliche Tätigkeitsfelder hinzu: 2019 wurde die Apothekenkette Topwell mit 45 Standorten ins Unternehmen integriert und in Medbase Apotheken AG umbenannt. Seit 2020 gehört zahnarztzentrum.ch mit 34 Standorten zur Medbase Gruppe. Heute ist Medbase die grösste und einzige ambulante Gesundheitsdienstleisterin in der Schweiz, die ihre Patientinnen und Patienten so umfassend medizinisch betreut.

«Wir denken die integrierte medizinische Versorgung im ambulanten Bereich konsequent zu Ende. Das bedeutet Teamwork von der Prävention bis zur Rehabilitation», sagt Marcel Napierala. Im Alltag stehen Physiotherapeuten im engen Austausch mit Ärztinnen, Apotheker greifen zum Telefon, um bei Dermatologinnen Rat einzuholen, Zahnärztinnen teilen den Hausärzten ihre Befunde mit. So erhalten Patienten wie Kunden eine effiziente und qualitativ hochstehende Behandlung. Und wie geht es weiter? «Wir möchten die Zusammenarbeit zum Wohle der Patientinnen und Patienten weiter stärken. Um Doppelspurigkeiten und Unklarheiten bei Diagnose, Behandlung oder Medikation zu vermeiden, entwickeln wir einen sogenannten elektronischen Patientenpfad», erklärt Napierala. Mit Einwilligung der Patienten kann das Behandlungsteam von Medbase so via Onlineplattform auf die jeweilige Krankenakte zugreifen. Was schon bei der Gründung der Schlüssel zum Erfolg war, wird es auch in Zukunft bleiben: gute Teamarbeit.


Interview mit Marcel Napierala, Gründer und CEO von Medbase
 

Wie entstand die Idee für die Gründung von Medbase?
Im Zentrum stand unser Wunsch, uns als junge Physiotherapeuten selbständig zu machen und eine spezialisierte Sportbetreuung aufzubauen. Von der Prävention über die Akutbehandlung bis zur Rehabilitation war das Credo – das heute noch gilt. Dann bot sich die Möglichkeit, anliegend an eine grosse Fitnessanlage der Migros ein sportmedizinisches Zentrum zu eröffnen. Schon bald hatten wir einen Mietvertrag, ein Jahr später engagierten wir einen ersten Arzt bei uns, und die unternehmerische Reise in die verschiedensten Richtungen und Regionen begann. Wir waren jung, vielleicht gar etwas naiv – aber sicherlich mutig.


Wann hatten Sie schlaflose Nächte?
Wirklich schlaflos war ich glücklicherweise nie, bis heute nicht. Aber wir haben uns zeitweise sehr viel vorgenommen, und es lief nicht immer alles rund. Vermutlich haben wir sämtliche typischen Fehler junger Unternehmerinnen und Unternehmer gemacht. Was mich bis heute besonders bewegt, ist die Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden – gerade in der aktuellen Lage bereitet dies schon auch mal Sorgen.


Was ist Ihre Lehre aus 20 Jahren Medbase?
Liebe, was du tust, lass nicht los, nimm dich nicht zu wichtig – dann klappt es.


Welchen Rat geben Sie anderen, die sich selbständig machen?
Wage den Schritt. Antizipiere aber auch, was in den folgenden Schritten passieren kann oder soll. Und umgib dich mit den besten Leuten in den jeweiligen Gebieten.


 

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