20. März 2020

Wenn die Natur uns zu schaffen macht

Wenn die Natur uns zu schaffen macht

Niessalven, verstopfte Nase und juckende Augen – immer mehr Menschen leiden unter Heu schnupfen. Die wichtigsten Fakten auf einen Blick.

Wie kommt es zu Heuschnupfensymptomen?

Das Immunsystem von Heuschnupfengeplagten reagiert bei Kontakt mit Pollen mit der Ausschüttung von Histamin. Dieser Stoff führt zu einer entzündeten Nasenschleimhaut und einer entzündeten Bindehaut der Augen. Daher soll der Kontakt zu den Allergenen (auslösenden Pollen) wenn immer möglich verhindert oder zumindest reduziert werden. Beim Pollenflug hilft es, eine Sonnenbrille zu tragen und Aufenthalte im Freien zu verkürzen. Mit einer Nasenspülung werden die Pollen auf den Schleimhäuten mechanisch weggeschwemmt. Weitere Tipps finden Sie in der Box.

Mit Heuschnupfen zum Arzt oder in die Apotheke? 

Betroffene können sich in einer Medbase Apotheke beraten lassen, ob sie wirklich unter einer Pollenallergie leiden. Die Behandlung richtet sich nach Befund und Stärke der Symptome. Bei ausserordentlich starken Symptomen oder Verdacht auf Asthma ist ein Arztbesuch angezeigt.

Welche Medikamente lindern die Beschwerden am besten?

Da jeder Mensch anders auf Heuschnupfen reagiert, gibt es kein Patentrezept. Zudem haben Patienten immer die Wahl zwischen chemischen und pflanzlichen Präparaten.

Wie lindert die Pflanzenheilkunde Heuschnupfen?

Pflanzliche Heilmittel behandeln den Körper weniger spezifisch, dafür ganzheitlich, und zeigen nur selten Nebenwirkungen. Spagyriksprays, Pestwurz oder Schwarze Johannisbeere als Knospenmazerat sowie homöopathische Medikamente helfen im Akutfall.

Welche chemischen Präparate helfen?

  • Lokal können Augen, Nase oder Rachen mit Augentropfen und Nasenspray behandelt werden. Diese haben den Vorteil, dass keine oder kaum Nebenwirkungen auftreten.
  • Antihistaminika, auch bekannt als Antiallergika, blockieren alle allergischen Reaktionen im Körper. Da Antihistaminika der neueren Generation nur noch geringfügig müde machen, ist auch Autofahren möglich.
  • Bei stärkeren Fällen können auch ein Antiallergikum und beispielsweise Augentropfen kombiniert werden.
  • Eine schwere Allergie wird in der Regel mit Kortison behandelt. Regelmässig als Nasenspray angewandt, haben Korticosteroide kaum Nebenwirkungen und können auch schwere Symptome effizient lindern.

Gewöhnt sich der Körper an Antiallergika?

Antiallergika verlieren ihre Wirkung nicht. Der Körper zeigt keine Gewöhnung, und sie können bedenkenlos über längere Zeit eingenommen werden.

Ist Heuschnupfen heilbar?

Mit einer allergenspezifischen Immuntherapie (Desensibilisierung) können die Beschwerden gelindert werden oder sogar ganz verschwinden. Das langsame Angewöhnen des Körpers erstreckt sich über drei bis fünf Jahre und wird von einem Arzt durchgeführt. Die Allergene werden in steigender Dosierung gespritzt. Wichtig ist der Start vor der Pollensaison.

Wer erkrankt an Heuschnupfen?

An Heuschnupfen kann jede Person erkranken, unabhängig von Alter und Geschlecht.

Wie hängen Asthma und Heuschnupfen zusammen?

Beim sogenannten Etagenwechsel verlagern sich die allergischen Reaktionen der oberen Atemwege (Nasen-Rachen-Raum) auf die unteren (Bronchien und Lunge). Diesen Effekt kann man am ehesten vermeiden, indem man die Allergie konsequent behandelt. Unbehandelt geht ein Heuschnupfen oft in ein allergisches Asthma über.

Kann man vorbeugend etwas gegen Heuschnupfen tun?

Aus der Pflanzenheilkunde haben sich Schwarzkümmelöl-Präparate bewährt. Etwa einen Monat vor der Pollensaison eingenommen, können sie die Intensität der Beschwerden deutlich lindern. Cromoglycinsäure-Präparate stabilisieren die Mastzellen (Abwehrzellen des Immunsystems), die Histamin produzieren, und schwächen somit akute Episoden des Heuschnupfens ab. Einen ähnlichen Effekt kann man durch die Gabe von Calcium erreichen.

Tipps

  • Infos zum Pollenflug und weitere Tipps auf der Website von aha! Allergiezentrum Schweiz: www.aha.ch/allergiezentrum-schweiz
  • Wäsche nicht zum Trocknen oder Lüften draussen aufhängen.
  • Während der Heuschnupfensaison stosslüften und bei längerem Regenwetter ausgiebiger lüften.
  • Nach kurzem Platzregen nicht lüften und die Fenster geschlossen halten, denn die Pflanzen blühen danach auf, und die Pollenbelastung steigt.
  • Beim Autofahren die Fenster schliessen und in die Lüftung einen Pollenfilter integrieren lassen. Diesen im Winter regelmässig reinigen.
  • Abends die Haare waschen und die Strassenkleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen hilft, dass möglichst wenig Pollen die Nachtruhe stören.
  • Vor dem Zubettgehen die Schleimhäute von Augen und Nase mit Kochsalzlösung spülen.
  • Freibäder weisen eine geringere Pollenkonzentration auf als natürliche Gewässer.

Autorin

Barbara Hugelshofer, Geschäftsführende Apothekerin Medbase Apotheke Winterthur Altstadt

Medbase on Facebook
nach oben

Wir verwenden Cookies und ähnliche Technologien, um das Nutzererlebnis auf unserer Website zu verbessern. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Durch die weitere Nutzung dieser Website stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies und ähnlichen Technologien zu.